Carl – Einer der beliebtesten Künstler Schwedens aller Zeiten
Carl Larsson wurde 1853 in der Stockholmer Altstadt geboren. Er wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Dank seines künstlerischen Talents wurde er ermutigt, sich bereits mit 16 Jahren an der vorbereitenden Abteilung der Kunstakademie zu bewerben. Nach seiner Ausbildung reiste Carl nach Paris, der damaligen Metropole für innovative Kunst. Trotz intensiver Bemühungen gelang es ihm nicht, sich als Künstler zu etablieren. Er war traurig und mittellos. Erst als er ins kleine Dorf Grez-sur-Loing reiste, einer skandinavischen Künstlerkolonie außerhalb von Paris, wendete sich sein Leben. Dort ließ er die langsame Ölmalerei hinter sich und begann, Aquarelle zu malen. Carl Larsson schuf helle, luftige Bilder in Wasserfarben, die das Licht und die Momente der Natur einfingen. In Grez lernte er auch seine zukünftige Frau Karin kennen. Carl selbst sagte, dass der Aufenthalt in diesem Dorf eine lebensverändernde Wende für ihn bedeutete.
Karin – Eine stilprägende Designerin weit ihrer Zeit voraus
Karin Larsson wuchs in Hallsberg auf und zeigte – wie ihr Ehemann – früh ihr künstlerisches Talent. Sie begann ihre Studien an der Handwerkschule in Stockholm und setzte ihre Ausbildung später an der Kunstakademie fort. Eine höhere künstlerische Ausbildung war für Frauen in der Mitte des 19. Jahrhunderts sehr ungewöhnlich. Nach dem Studium reiste sie nach Grez, um dort zu malen, wo sie Carl Larsson traf. Das Paar führte ein bohemisches Künstlerleben, das Arbeit und Geselligkeit vereinte.
Nach der Geburt der Kinder legte Karin die Malerei beiseite und widmete sich der Textilkunst, dem Design und der Inneneinrichtung. Sie wurde die führende Gestalterin des familiären Lebensstilprojekts.
Das Ehepaar Larsson in Sundborn – Die schwedische Idylle in Bildern
Wie viele andere Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts sehnten sich Carl und Karin Larsson nach einem naturverbundenen Lebensstil – als Gegenpol zu den schmutzigen, engen Städten, die die Industrialisierung hervorgebracht hatte. Die Larssons zogen ins kleine Sundborn in Dalarna, wo Karin das Häuschen Lilla Hyttnäs von ihrem Vater geerbt hatte. Als das Paar das Haus übernahm, war es eine kleine Unterkunft mit drei Zimmern und einer Küche. Gemeinsam gestalteten und erweiterten sie das Haus zusammen mit lokalen Handwerkern zu einem für die damalige Zeit modernen Heim.
Nach einigen Jahren war ein lebendiges, persönliches Haus entstanden, mit verschlungenen Gängen, großzügigen offenen Flächen und kleinen, intimen Räumen. Karin schuf Räume voller Kunst und Textilien, in denen sich schwedischer Landhausstil und internationale Trends mischten. Die Farbgestaltung war mutig, mit Rot- und Grüntönen als Fokus.
Das bohemische und moderne Design des Hauses sowie der Lebensstil der Familie wurden durch Carls Gemälde dokumentiert, in denen Karin und die Kinder seine Lieblingsmodelle waren. Durch Carls Bilder und Karins freie Inneneinrichtung entstand ein idyllisches Bild eines naturverbundenen, modernen und entspannten Familienlebens. Das Heim wurde zu einem der bekanntesten Künstlerhäuser der Welt.
Karins Liebe zum Garten
Karins Erinnerungen begleiteten sie ein Leben lang. Im Frühling 1886 schreibt sie an Carl, der allein in Grez-sur-Loing war: „… du bist in Grez, dem schönsten, schönsten Ort auf der Welt! Ich habe dort so viele glückliche Stunden verbracht, seit du mir das erste Mal gesagt hast, dass du mich liebst. Alles um mich herum wurde von Leben und Glück erfüllt, die Sonne schien wärmer, das Gras duftete intensiver und die Vögel sangen, wie sie es noch nie zuvor getan hatten.“
Grez wurde für sie das Symbol der Ruhe und Liebe. Die Feste im Garten des Pensionats Laurent, bei denen der Garten als Festsaal diente, waren unvergesslich.
1884 kehrten sie nach Grez zurück und mieteten ein kleines, freistehendes Haus mit einem kleinen Garten – der Beginn von Karins Garteninteresse. Das Sundborn und Lilla Hyttnäs der Larssons waren ein ständiges Echo von Grez-sur-Loing. Die groben Oberflächen von Stein und Holz, die üppige Wildblumenpracht, die kräftigen Farben an Fenstern und Türen – all dies trug die Erinnerungen von Grez nach Sundborn.
In Grez konnten Carl und Karin ein wahres Künstlerleben führen: im Freien lesen, mit Freunden unter freiem Himmel essen oder durch die Landschaft wandern. Der Garten wurde auf entspannte Weise gepflegt und diente als Vorbild. Die Vielfalt der Gewürze, der Geschmack von Knoblauch, Spargel, Artischocken, täglichem Salat und Olivenöl – all das nahmen sie mit nach Sundborn.
Karin gestaltete das „Gartenzimmer“ inspiriert von Grez, wo der Garten als Raum für große Feste diente. Auch in Sundborn wurde der Garten zu einem Ort der Geselligkeit und Arbeit, mit unzähligen Gästen, die diese entspannte Atmosphäre genossen.